Das Farbklavier nach Skrjabin, Quelle: Wikipedia

Das Farbenklavier als Ausgangspunkt

Schon in der Vergangenheit haben sich Künstlern und Wissenschaftler immer wieder mit dem spannenden Verhältnis zwischen Farben und Tönen beschäftigt, nach Gesetzmäßigkeiten gesucht und die verschiedensten Experimente einer Systematik gewagt. Igor Strawinsky zum Beispiel verstand es mit dem Feuervogel eine imaginäre Verbindung zwischen Licht, Farben und Tönen herzustellen.

Alexander Skrjabin, Quelle: Bertelsmann Lexikon Verlag


Für den russischen Komponisten Skrjabin (1872 - 1915) war es ein großes Anliegen, die feinsten seelischen Schwingungen und Empfindungen im Kunstwerk zu spiegeln und alle Sinne anzusprechen. Für die Prometheus-Sinfonie (1911) schuf er eigens eine separate Stimme für ein speziell zu konstruierendes Farbenklavier. Mit der dadurch möglichen, gleichzeitigen Wahrnehmung von Farben und Tönen sollte den Zuhörern eine neue Dimension der Wahrnehmung eröffnet werden. Geleitet war Skrjabin von der Vorstellung einer exakten Zuordnung einzelner Töne zu konkreten Farben. Nachdem das Farbenklavier 1911 in Moskau nicht fertig gestellt war, musste bei der Uraufführung der Prometheus-Sinfonie auf die Lichtstimme verzichtet werden. Erst die moderne Lichttechnik in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erlaubte es, den von Skrjabin in seiner Vorstellung vorhandenen Zusammenhang zwischen Farben und Tönen auch für den Zuschauer erlebbar zu machen.

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