Luce. Der Ton der Farben
Ein glanzvoller Abschluss des Wissenschaftsjahres
Drei mal konnten die begeisterten Zuschauer und Zuhörer im Dezember das Licht-Kunstkonzert „Luce. Der Ton der Farben“ nicht nur hören, sondern auch farblich sehen. Das besondere Konzert verband auf außergewöhnliche Art und Weise die akkustische Wahrnehmung der Musik mit dem optischen Erleben. Möglich wurde dies, mit Hilfe von über 170 Leuchtbällen, die im gesamten Veranstaltungssaal des Volkshauses installiert wurden.
Die Idee zu dieser komplexen Verbindung zwischen Farben und Tönen hatte um 1910 der russische Komponist Alexander Skrjabin, der in seine Prometheus Sinfonie ein sogenanntes Farbklavier integrieren wollte. Dieses sollte, seiner Vorstellung nach, jedem Ton eine passende Farbe geben. Was damals nicht gelang, wurde im Dezember 2008 zum glanzvollen Highlight des Jenaer „Stadt der Wissenschaftsjahres“. Möglich wurde diese besondere Verbindung mit Hilfe computergestützter Farbsensorik der Jenaer Firma MAZeT GmbH.
Musikalisch umgesetzt wurde das Konzert von der Jenaer Philharmonie unter Leitung von Nicholas Milton, die Strawinskys "Feuervogel"-Suite mit zwei Werken von Skrjabin zu einer abendfüllenden Komposition vereinte. Für die außergewöhnliche Lichtinstallation zeichnete sich die Stuttgarter Künstlerin rosalie verantwortlich. Die Lichtkünstlerin ist bekannt dafür, ganz neue Perspektiven der Wahrnehmung aufzuzeigen. So verbreiteten die luftigen Kugeln nicht nur ein interessantes Farbspiel sondern auch ein einzigartiges Gefühl der Leichtigkeit. Wie überdimensionale luftige Seifenblasen, schimmerten die bis zu 2,70 Meter großen Ballone.
Für den Zuschauer kaum merklich, begann das Konzert eher leicht und dezent mit weiß, rosé und zarten Blautönen, die langsam auf ihr pompöses Farbspiel vorbereiteten. Deutlich kräftigere Farben zeichneten dann die Lichtdramaturgen Dr. Wolfgang Hofer und Brigitta Bidlingmaier und Skrjabins 9. Klaviersonate in der zeitgemäßen Instrumentierung von Georg Friedrich Haas, bis sich zum Finale mit "Poème du feu‚ Promethée" geradezu ein Feuerwerk an Farben über das Publikum ergoss.
Pressestimmen
Nach "Luce. Der Ton der Farben" hat die Musik sich endgültig eine neue Dimension der Wahrnehmung hinzugewonnen. (Stuttgarter Nachrichten)
Mit ihrem zu großen Spannungsbögen fähigen Chefdirigenten Nicholas Milton vollbrachte die Jenaer Philharmonie den Kraftakt, die drei anspruchsvollen Partituren ohne Pause ohne merkliche Ermüdungserscheinungen zu spielen. In der derzeitigen "Stadt der Wissenschaft" war die Zusammenarbeit von Kunst und technologisch avancierter Optik eine Attraktion, die bei dem offenbar hier noch reichen Fundus eines akademischbildungsbürgerlichen Konzertpublikums auf hellhörige Augen und sehbereite Ohren stieß. (Frankfurter Rundschau)
Besichtigung Lichtinstallation
Wer Interesse hat, das Kunstwerk in Augenschein zu nehmen, hat auch im neuen Jahr die Möglichkeit dazu. So kann die Lichtinstallation zu dem Konzert "Luce. Der Ton der Farben." an folgenden Terminen im Volkshaussaal besichtigt werden - Sie sehen und hören die Sinfonie "Poème du feu‚ Promethée" von Alexander Skrjabin und können Ihre Fragen stellen.
21.01.09 um 14.00 Uhr 23.01.09 um 10.00 Uhr
24.01.09/25.01.09 und
26.01.09 jeweils um 11.00 Uhr
Die Führungen sind kostenfrei. Treffpunkt ist das Foyer des Volkshauses. Voranmeldungen sind möglich unter Tel.: 03641/498130
Ein Projekt von JenaKultur
Projektleitung: Katy Kasten Wutzler
Lichtkunst: rosalie
Lichtdramaturgie: Dr. Wolfgang Hofer, Brigitta Bidlingmaier
aufgeführt von: Jenaer Philharmonie unter Leitung Nicholas Milton
Bildmaterial von Wolf Dieter Gericke







